Importverfahren von ökologischen Erzeugnissen aus Drittländern

Jedes Unternehmen, das Lebensmittel aus Drittländern einführt und in der EU mit Hinweisen auf den ökologischen Landbau vermarkten möchte, muss sich von einer staatlich zugelassenen Öko-Kontrollstelle zertifizieren lassen. Grundsätzliche Informationen zur Erstkontrolle entnehmen Sie bitte dem Leitfaden Import. Es besteht eine Kontrollpflicht für sämtliche Lagereinrichtungen, auch wenn sich diese in einem anderen Mitgliedstaat oder in einem Zollfreilager befinden. Es sollten deshalb nur bio-zertifizierte Unternehmen als Subunternehmer beauftragt werden.

Für die Einfuhr von Erzeugnissen des ökologischen Landbaus aus Drittländern stehen zwei Verfahren nach Artikel 33 der VO (EG) Nr. 834/2007 zur Verfügung:

1. Einfuhr aus anerkannten Drittländern gem. Anh. III (Drittlandliste): In Anhang III der Verordnung (EG) Nr. 1235/2008 (Verzeichnis der anerkannten Drittländer oder Drittlandliste) sind diejenigen Länder gelistet, deren Erzeugungs- und Kontrollvorschriften bestimmter Erzeugniskategorien von der Kommission als gleichwertig zu den EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau anerkannt wurden. Die Ware muss immer mit einer Kontrollbescheinigung importiert werden, die vom Zoll abgestempelt wird.

2. Einfuhr von Produkten, die von einer auf Gleichwertigkeit anerkannten Kontrollstelle nach Anhang IV kontrolliert werden (Kontrollstellenliste): In Anhang IV der Verordnung (EG) Nr. 1235/2008 (Drittlandkontrollstellenliste) sind diejenigen Kontrollstellen gelistet, deren Drittland- und Kontrollstandards für bestimmte Ländern und Produktkategorien von der Kommission als gleichwertig zu den EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau eingestuft wurden. Die Ware muss immer mit einer Kontrollbescheinigung importiert werden, die vom Zoll abgestempelt wird.

Eine konsolidierte Fassung der Importverordnung 1235/2008 (Stand Mai 2017) mit den Anhängen III und IV sowie der Änderungs-Verordnung 2017/872 finden Sie links eingestellt. Mit der Änderungsverordnung (EG) 2016/1842 vom 14. Oktober 2016 wurden u.a. das Datenbanksystem TRACES zur Erstellung und Abfertigung von Kontrollbescheinigungen für den Import von ökologischen Erzeugnissen aus Drittländern sowie ein neues Muster der Kontrollbescheinigung eingeführt. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Info-Anschreiben 2017. 

Aus einem Drittland importierte Ware kann nur dann verzollt werden, wenn der Einführer eine Kontrollbescheinigung (siehe Muster) im Original am Zoll vorlegen kann, die sich bzgl. ihrer Angaben eindeutig auf die zu verzollende Lieferung bezieht. Diese muss von der zuständigen Zollstelle mit einem Sichtvermerk versehen werden. Fehlt dieses Papier, muss die Ware bis zur Vorlage im Zoll verbleiben oder sie wird nicht als „bio“ abgefertigt und kann nicht mehr als Bioprodukt vermarktet werden. Eine nachträgliche Abstempelung durch den Zoll ist nicht möglich. Die Kontrollbescheinigung muss im Original zurück an den Einführer, der sie für Kontrollen bereithalten muss.

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